Glossar

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APS-Prüfrichtlinie

Eine wichtige Prüfung auf der Baustelle wird vom IKT (Institut für Unterirdische Infrastruktur) durchgeführt. Diese Prüfung auf Wasserdichtheit wird wie folgt ausgeführt: Ein Probestück von ca. 30 x 20 cm wird von einem unabhängigen Sachverständigen abgenommen. Das IKT prüft nun die Dichte dreier Probestücke. Der rote Wassertropfen besteht aus örtlichem Leitungswasser und sollte einen Durchmesser von ca. 45 mm haben. Die Bewertung ist vom Durchtritt der Prüfflüssigkeit aller drei Proben abhängig und entsprechend zu bewerten. Das Ergebnis kann nur DICHT oder UNDICHT lauten.

Berstlining

Berstlining beschreibt ein grabenloses Sanierungsverfahren, bei dem mit Hilfe eines Bersthammers das Altrohr zerstört und verdrängt wird.Im gleichen Zuge wird ein neues Kunststoff- oder Stahlrohr gleicher oder größerer Nennweite eingezogen.

Biegefestigkeit Liner

Die Biegefestigkeit kennzeichnet den Punkt, an dem ein Liner aufgrund zu hoher Spannung versagt. Ist sie zu gering, so ist ein Liner nicht ausreichend tragfähig und kann noch vor Erreichen der zulässigen Last brechen. Die Prüfung wird genauso wie beim E-Modul über den „Drei-Punkt-Biegeversuch“ durchgeführt.

Composite-Werkstoffe

Ein Composite-Werkstoff ist ein aus zwei oder mehr Komponenten bestehender Verbund, der andere Werkstoffeigenschaften besitzt als seine einzelnen Komponenten. Unser Brandenburger Liner ist ein solcher Composite-Werkstoff, bestehend aus Harz und ECR-Glas.

Darmstädter Kipprinne

Die Darmstädter Kipprinne ist ein Prüfungsaufbau nach DIN 295-3 zur Untersuchung der Abriebfestigkeit eines Liners bzw. Abwasserrohres und Bestandteil des Zulassungsverfahrens zur allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des DIBt. Zur Prüfung wird eine Halbschale mit Kies, Sand und Wasser  befüllt und er Einsatzbereich mit  200.000 Kippbewegungen simuliert..

E-Modul

Schlauchliner müssen örtlich verschiedene Lasten tragen, wie z. B. Grundwasser, Straßenverkehr oder den Erddruck. Dafür müssen sie jeweils ausgelegt sein und über eine gute Tragfähigkeit verfügen. Ein zentraler mechanischer Kennwert dafür ist das Elastizitätsmodul. Dieser wird mit Hilfe von Baustellenproben durch den „Drei-Punkt-Biegeversuch“ ermittelt. Das E- Modul (Abkürzung für Elastizitätsmodul) wird bei der Prüfung mit den Soll- und Istwerten verglichen und mit dem Formelzeichen E abgekürzt. Der Kennwert des Elastizitätsmoduls ist umso größer, je mehr Widerstand ein Material seiner Verformung entgegensetzt. Ein Bauteil aus einem Material mit hohem Elastizitätsmodul (z. B. Stahl) ist also steif, ein Bauteil aus einem Material mit niedrigem Elastizitätsmodul (z. B. Gummi) ist nachgiebig. Was bedeutet das für uns??? Die von uns eingesetzte Glasmatte ist so aufgebaut, dass sie im gehärteten Liner die geforderte Tragfähigkeit erfüllt. Das verwendetet ADV 75 zum Beispiel bringt ein E-Modul von 7500 N/mm².

ECR-Glas

ECR-Glas (engl. E-Glass Corrosion Resistant) ist ein besonders korrosionsbeständiges Glas und wird anders als das häufiger verwendete E-Glas, von sauren oder basischen Umgebungen nicht angegriffen. Dadurch ist es zur Verwendung in den aggressiven Umgebungen der Abwasserkanäle bestens geeignet.

Harze

Bei Belastungen durch kommunales Abwasser wird in der Regel ein Harz der Gruppe 3 nach DIN 18 820 T1 und nach DIN 16 946 T2, das dem Typ 1140 zugeordnet wird, eingesetzt. Bei aggressiven Abwässern, insbesondere im alkalischen Bereich und bei hohen Abwassertemperaturen, wird ein spezielles Vinylesterharz zur Imprägnierung der GFK-Komplexe verwendet. Dieses Harz entspricht der Gruppe 5 nach DIN 18 820 T1 und dem Typ 1310 nach DIN 160946 T2. Beide Harze entsprechen der internationalen Norm DIN EN 13121. Wobei das Polyesterharz der Gruppe 4 und das Vinylesterharz der Gruppe 7a zugeordnet wird.

Imprägnierung

Imprägnierung ist das Durchtränken von festen oder porösen Stoffen mit einer flüssigen bzw. viskosen Substanz. Die Imprägnierung beim Brandenburger Liner ist die Vereinigung von  Polyester- bzw. Vinylesterharzen mit dem ECR-Glaskomplex.

Kanalsanierung

Unter dem Begriff Kanalsanierung versteht man Verfahrenstechniken zur Sanierung von in der Erde verlegten Rohrleitungen zur Entsorgung von Abwässern. Diese Verfahrenstechniken dichten Rohre gegen Infiltration von Grundwasser und Exfiltration des Abwassers ab, stellen teilweise die Standsicherheit wieder her und stoppen die Korrosion. Von grabenloser Kanalsanierung oder vom No-Dig-Verfahren spricht man, wenn die Oberfläche (Straßen und Wege) nicht der Länge nach aufgegraben werden müssen. Dies verringert die Bauzeit und somit die Kosten und Umweltbelastungen. Der Einsatzbereich der Verfahren reicht von den Nennweiten DN 100 bis DN 5000 (Normdurchmesser in mm). Die grabenlose Kanalsanierung nimmt über 50 % des Marktes der Kanalsanierung ein. Die grabenlose Kanalsanierung wird in drei Verfahrensgruppen unterteilt: Reparatur, Renovierung und Erneuerung. Mit dem Schlauchliningverfahren befinden wir uns im Segment der Renovierung. Renovierungsverfahren kommen bei örtlich begrenzten, sich wiederholenden Schäden und umfangreichen Schäden zur Anwendung. Hierbei können einzelne oder auch mehrere hintereinander liegende Haltungen (Kanalabschnitte zwischen zwei Schächten) in einem Arbeitsgang bearbeitet werden. Montageverfahren finden wegen der Notwendigkeit des Begehens nur in großen Dimensionen (> DN 1000 mm) Anwendung. Das Schlauchlinig- oder Schlauchreliningverfahren ist das etablierteste Renovierungsverfahren und macht einen Anteil von etwa 30 % der grabenlosen Kanalsanierung aus. Man unterteilt hier wiederum in zwei Gruppen: Die warmhärtenden Verfahren und die UV-härtenden Verfahren.  Bei den warmhärtenden Verfahren werden mit Kunstharz getränkte Filzschläuche mit Dampf oder heißem Wasser in den Kanal inversiert (gekrempelt). Die chemische Reaktion des Harzes, welche das Härten nach sich zieht, wird durch die Hitze des Wassers oder des Dampfs angestoßen. Bei den UV-Verfahren werden Glasfaserschläuche in die Kanäle eingezogen und mittels Druckluft aufgeblasen. Die chemische Reaktion wird hier durch das UV-Licht, das von einem den Liner durchfahrenden Roboter abgestrahlt wird, angestoßen. Die UV-härtenden Verfahren machen einen Anteil von etwa 55 % der Schlauchliningverfahren aus. Unser Verfahren nimmt in technischer Hinsicht die führende Rolle im Bereich der grabenlosen Kanalsanierung im Bereich von DN 150 bis DN 1000 ein. Mit dem Brandenburger Wickelverfahren werden hinsichtlich mechanischer Stabilität, chemischer Beständigkeit und Dichtigkeit alle Standards übererfüllt und neue Maßstäbe gesetzt. Brandenburger hält im Bereich der UV-härtenden Verfahren einen Marktanteil von etwa 35 % und ist damit Marktführer in diesem Bereich, doch es ist noch viel Luft nach oben.

Kerbschlagfestigkeit

Die Kerbschlagfestigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Werkstoffes, schlagartige, dynamische Beanspruchung zu absorbieren ohne zu brechen. 

Korrosionsbeständigkeit

Die Korrosionsbeständigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Materials gegen Zersetzung (lat. corrodere = zersetzen, zerfressen, zernagen), gemessen wird dieses bei Linern durch den Widerstand gegen die Zersetzung  durch chemische bzw. aggressive Substanzen im Abwasser und der Kanalatmosphäre. 

Kurzzeit-Biegespannung

Wie auch bei der Bestimmung des E-Moduls, wird der "Drei-Punkt-Biegeversuch" zur Bestimmung der Kurzzeit-Biegespannung gemäß ISO 178/ ISO 11296-4 verwendet und zeigt auf, wie formstabil sich das Material unter verschiedenen äußeren Einflüssen verhält.

Linereinzug

Ein mit reaktivem Kunstharz getränkter Schlauchträger wird in den Kanal eingebracht und dort durch Druck formschlüssig an die Kanalwand angepresst. Durch eine chemische Reaktion des Harzes wird dieser schließlich zu einer selbsttragenden Innenauskleidung ausgehärtet. Diese Technik ist komplett grabenlos und kann somit ohne jegliche Form von Erdarbeiten verrichtet werden. Die flexiblen Linerschläuche werden im Regelfall über vorhandene Kontrollschächte im Kanal geprüft. Die speziellen Charakteristika, die unser System in ihrer Summe von anderen Schlauchlining-Typen unterscheiden, sind: • Einsatz nahtlos gewickelter Liner aus Glasfaserlaminat-Bahnen • Einzigartige Tränkung der Rohmaterialien vor Schlauchlinerherstellung mit UV-lichtreaktivem UP-Harz (ggf. mit Zugabe von Peroxyden für die Verfahrensvariante „Hybridhärtung“ bei großen Wanddicken über 10 Millimeter) • Einziehen der Liner auf einer Schutzfolie und formschlüssiges Aufstellen durch Luftdruck • Aushärten der Liner durch präzis dosierte UV-Bestrahlung („BLUETEC®-Technologie“).

Reversible Wärmepumpe

Reversible Wärmepumpen werden sowohl zur Erwärmung, als auch zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt. Am Beispiel des Brandenburger Heatliners kann man die Restwärme des Abwassers zur Heizung des Gebäudes bzw. zur Warmwasserbereitung nutzen und im Sommer der Raumluft Wärme entziehen und diese über die Wärmetauscheroberfläche an das Abwasser abgeben.

Spülversuch

Beim Spülversuch wird der Liner unter definierten Bedingungen auf seine Spülfestigkeit geprüft. Spülfestigkeit wird gefordert, da Kanäle regelmäßig zur Reinigung/Freigängigkeit gespült werden. Dabei wird ein Schlauch mit einer Spüldüse durch das Rohr mit dem Liner gezogen und die Verunreinigungen werden unter Hochdruck mit Wasser aus dem Kanal gespült. Früher wurde der Hamburger Spülversuch als Test für die Spülfestigkeit durchgeführt. Dabei musste der Liner 30 Spülgänge durch einen Spülkopf mit 8 Düsen jeweils mit einem Durchmesser von 2,60 mm und einem Wasserdruck von 120 bar schadlos überstehen. Seit etwa 2 Jahren wird der Test nach DIN 19523 durchgeführt. Dieser Test kann im Labor durchgeführt werden und unterscheidet sich vom Hamburger Spülversuch maßgeblich dadurch, dass nicht der Druck, sondern die Spülstrahldichte den entscheidenden Parameter darstellt. Der Liner wird einer Spülstrahldichte von 330 W/mm² ausgesetzt, was einem Druck von etwa 90 bar, bei einem Durchfluss von 280 l/Minute entspricht. Weist der Liner nach 60 Zyklen keinerlei Beschädigung auf, so ist der Test bestanden, und er kann bedenkenlos eingebaut werden. Neben dem Hamburger Spülversuch und dem Test nach DIN 19523 gibt es auch noch weitere länderspezifische Tests, wie z. B. den Quik-Spülversuch in der Schweiz. Hierbei muss der Liner nicht nur den hohen Druck und zahlreiche Durchgänge unbeschädigt überstehen, sondern es wird zusätzlich noch Split in das Spülwasser gemischt, der die Abriebskraft nochmals erhöht.

Umlenkrollenset

Das Umlenkrollenset ist eine Einbauhilfe Einbauhilfe, um den sicheren und schonenden EinzugEinbau des Liners, durch den in den Schacht um mehrere Abwinklungen in die zu sanierende Haltung, zu ermöglichen. gewährleisten. Hierbei wir mit Hilfe von unterschiedlichen Langrollen der unausgehärtete Liner aus der Verpackungskiste in den Kanalschacht "gelenkt".

UV-lichthärtende Technologie

Unter UV-Lichthärtender Technologie versteht man im Allgemeinen ein Verfahren bei dem mit Hilfe von UV-Strahlen ein chemischer Aushärteprozess ausgelöst wird. Das patentierte Brandenburger Schlauchlining-Verfahren beruht auf dieser  UV-lichthärtenden TechnologieZur Aushärtung des Liners wird eine den spezifischen Anforderungen entsprechende UV-Lichterkette durch den bereits ins Altrohr eingebrachten und mit Druckluft aufgestellten Liner gezogen. Das im Linermaterial enthaltene Harz reagiert mit den UV-Strahlen und härtet innerhalb kürzester Zeit vollständig aus.

Wärmetauscheroberfläche

Eine sogenannte Wärmetauscheroberfläche findet im Sohlenbereich des Brandenburger Heatliner Verwendung. Diese nimmt die Rest-Temperatur des Abwassers auf und macht sie für die Wärmepumpe nutzbar.

Wickeltechnik

Die Wickeltechnik beschreibt die einzigartige, patentierte Produktionsweise der Brandenburger Liner. Hierbei wird der zuvor imprägnierte Glasfaserkomplex mit definierter Geschwindigkeit und entsprechendem Wickelgrad um eine transparente Innenfolie gewickelt. Nur durch modernste Maschinentechnik und Qualitätsstandards  ist gewährleistet, dass die Liner während des Einbaus formstabil bleiben und auch über Jahre hinweg eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit aufzeigen.